Anstrengendes Ende

Palma Airport, Gepäckabgabeschlange. Schon hier verliert sich der Glanz in den Gesichtern. Wo grade noch Sonne und Tschakka war, heißt es jetzt warten. Und wenn lange gewartet wurde, erwartet sie auch nichts Schönes. Sitzen, fliegen, warten, auf das noch leere Gepäckband im Neonlicht starren, nach Hause gehen und weitermachen mit dem elenden Leben. Die Blicke müssten eigentlich mit Licht gefüllt sein aber die Frauengruppe – gut geschminkt, silbernes Mallorca-Schuhwerk – hat müde Gesichter und wirkt genervt. Daneben der Jungmänner-Party-Trupp in neuen Nikes, aufgemalten Jack-Daniels-Tatoos, Lipton Icetea. Gesprächsthema: Heldentaten an der Bar, auf der Tanzfläche, am Pool. Reihern kommt vor. Kosten sind ein Thema. Frauen nicht. Zwischendurch Fußball. Statistiken über den eigenen Bierkonsum. Familien mit quengelnden Kleinkindern im Partnerlook. Apathische Ehemänner mit lustigen Hüten und Rollkoffern, groß genug um Leichen zu transportieren. Der zuvor schweigende Teil des Jungmänner-Party-Trupps singt jetzt Sauflieder. Es riecht nach Alkoholausdünstungen.

Ich bin im Großteil meines Urlaubs kaum einem Menschen begegnet und wenn ich jemandem begegnet bin, handelte es sich meist um einen Wanderer. Das heißt, jemand mit gleichen Interessen wie ich. Hier steht sie nun, die andere, dunkle Seite der Menschheit. Es wird gerempelt, gebrüllt und gedrängelt, jeder fühlt sich benachteiligt. Das Flughafenpersonal hat sich schon auf diese Art von Verhaltensweisen eingestellt und ist autoritär und beschwichtigend, wie man es auch mit unartigen Kleinkindern ist.

Ich will mich nicht anstecken lassen und erledige das Thema mit Oropax. Danach ist alles nur noch ein  lustiger Stummfilm mit dem ich nichts zu tun habe.

Enden von Urlauben sind anstrengend.

Airport

Mallorca von obenBerlin

Berlin ist auch ganz schön.

8 thoughts on “Anstrengendes Ende

  1. Treffend geschrieben, doch was bleibt sind die schönen Erlebnisse, Begegnungen, Eindrücke, Erfahrungen, Erinnerungen und sogar ein paar Fotos. Ich wünsche Dir wieder ein gutes Einleben im Alltag der Großstadt – und der nächste Wanderweg ist nur ein paar S-Bahn Stationen entfernt.

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  2. Da hast du ja noch ein paar schöne Extratouren gemacht. Für Konni und mich wird die Tramuntana und die Begegnung mit dir noch lange in Erinnerung bleiben. Lass es jetzt erst mal langsam angehen.

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  3. Mein Blog ist erst mal angelegt, mehr nicht. Fotos sind in der Dropbox. Habe aber anscheinend die E-Mail-Adresse falsch notiert, oder, oder….Lass sie mir noch mal zukommen, dann schalte ich sie für dich frei. Ich hoffe ja auch noch auf einige Fotos von dir, von unserem “Abenteuer”.

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  4. Vielen lieben Dank für deine tollen Berichte und vor allem für die wunderschönen Fotos. Im April geht es für mich und meinen Freund auf den GR221 und ich bin schon etwas aufgeregt. Für mich ist es die erste Wanderung dieser Art. Vor allem bin ich gespannt, wie ich das mit dem leichten Packen hinbekomme, denn 17 Kilo will ich nicht 😀

    Irgendwelche letztem Tipps von dir? 🙂

    Liebe Grüße,
    Lynn

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